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Sachverständig festgestellte Restnutzungsdauer ist entscheidungserheblich

Das Finanzgericht Hamburg (FG) hatte über einen Fall zu entscheiden, in welchem es um die Frage ging, ob bei drei vermieteten Eigentumswohnungen anstelle der typisierten Absetzung für Abnutzung (2-%-AfA) der Anschaffungskosten jährlich, eine höhere AfA aufgrund einer geringeren tatsächlichen Restnutzungsdauer angesetzt werden kann.

Zwei der drei Wohnungen befanden sich im gleichen Haus mit gleichem Hauseingang, sämtliche Wohnungen standen unter Denkmalschutz und waren nach 1924 und vor 2023 gebaut worden. Grundsätzlich gilt für Häuser dieser Baujahre eine 50-jährige Nutzungsdauer, sodass eine 2-%-AfA angesetzt wird. Das Gesetz erlaubt jedoch eine kürzere Nutzungsdauer, sofern diese nachgewiesen ist. Dabei trägt der Steuerpflichtige die Darlegungs- und Feststellungslast für eine kürzere Nutzungsdauer.

Die gerichtlich bestellte Sachverständige hat die Immobilien besichtigt und für zwei der Wohnungen eine Restnutzungsdauer von jeweils 21 Jahren ermittelt sowie bei der dritten Wohnung von 29 Jahren. Zwei Wohnungen mit unterschiedlicher Nutzungsdauer lagen in einem Gebäude. Somit ergaben sich AfA-Sätze von ca. 3,45 % bzw. 4,76 %.
Entgegen der Auffassung des FA können Wohnungen in einem Gebäude auch unterschiedliche Nutzungsdauern haben, da eine rein schematische Bewertung nicht angezeigt ist und unterschiedliche, bereits erfolgte Modernisierungen zu einer unterschiedlichen Restnutzungsdauer führen können.

Das Gericht hat darauf hingewiesen, dass künftige, wirtschaftlich sinnvolle Modernisierungen die Restnutzungsdauer nicht beeinflussen, auch Gebäude, die unter Denkmalschutz stehen, haben keine unlimitierte Nutzungsdauer. Auch ist es für die Bewertung durch einen gerichtlich bestellten Sachverständigen nicht erforderlich, eine bestimmte Bewertungsmethode zu nutzen. Vielmehr ist jede zulässige Bewertungsmethode vom Gericht zu akzeptieren, wenn sie nicht gegen Gesetze oder Sachlogik verstößt.

Die Revision wurde nicht zugelassen. Das Urteil ist rechtskräftig.
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